Straßenkatzen sind nicht nur im Ausland ein Problem. Auch in Deutschland gibt es Unmengen von Straßenkatzen. Zigtausende von herrenlosen Tieren, die sich mindestens zweimal im Jahr vermehren. Deren Junge werden oft bereits mit 5 Monaten geschlechtsreif und bekommen auch wieder Junge.
Es wird vermutet, dass in Deutschland 2,5 -3 Millionen sog. herrenlose, unversorgte Hauskatzen leben. Auch hier bei uns in den Gemeinden und Ortsteilen, obwohl dies viele unserer Mitbürger nicht wahr haben wollen.
Die Folgen, wenn Katzen nicht kastriert werden:
Nimmt man an, ein Katzenpaar bekommt im Jahr zweimal Nachwuchs, dann ergibt das nach 10 Jahren über 80 Millionen Kätzchen.
NACH
1 Jahr = 12 Katzen
2 Jahren = 66 Katzen
3 Jahren = 382 Katzen
4 Jahren = 2.201 Katzen
5 Jahren = 12.680 Katzen
6 Jahren = 73.041 Katzen
7 Jahren = 420.715 Katzen
8 Jahren = 2.423.316 Katzen
9 Jahren = 13.958.290 Katzen
10 Jahren = 80.000.000 Katzen
Der Nachwuchs ist oft zum Sterben geboren: Katzenseuche und -schnupfen, Leukose, FIP, Katzenaids und andere Krankheiten bringen Siechtum. Neugeborene Kätzchen erkranken oft schon nach wenigen Tagen oder Wochen an Vereiterungen der Augen, der Nase und der Atmungsorgane. Ohne Hilfe gehen Sie meist früh und unter schrecklichen Qualen zugrunde. Die überlebenden Katzen stecken wiederum ihre Artgenossen z.B. bei Katerkämpfen mit Infektionskrankheiten an und die Todesspirale geht weiter.
Die einzige Möglichkeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist die Kastration der Katzen und Kater.
Bei der Kastration wird die Katze durch eine Operation unfruchtbar gemacht. Hierbei werden bei der Katze die Eierstöcke und beim Kater die Hoden entfernt.
Die zum Teil große Anzahl frei lebender Katzen stellt Tierschutzvereine, private Tierschützer und zunehmend auch Kommunen und Gemeinden vor große Probleme. Um dem Katzenproblem Herr zu werden, helfen nur langfristig angelegte Kastrationsaktionen.
Was sind “Kastrationsaktionen“ ?
Bei Kastrationsaktionen werden die Katzen und Kater eingefangen, medizinisch versorgt, unter Narkose kastriert und anschließend in ihrem angestammten Revier wieder freigelassen. Auf diese Weise vermehren sich die frei lebenden Katzen nicht ständig weiter. Wir freuen uns jederzeit über Unterstützung bei Kastrationsaktionen.
Da sich viele dieser sehr scheuen Tiere nicht mehr an den Menschen gewöhnen, gibt es nur die Möglichkeit den Tieren ihr Leben zu erleichtern. Durch Errichten von „kontrollierten, betreuten Futterstellen“ kann die weitere Vermehrung durch neu hinzu gekommene Tiere kontrolliert werden und bei Bedarf auch sofort wieder durch weitere Kastrationen eingegriffen werden.
Um das Problem jedoch langfristig in den Griff zu bekommen sollten (müssten) Besitzer von Hauskatzen, egal ob Katze oder Katze, ihre Tiere ebenfalls kastrieren und kennzeichnen lassen.
Die Vorteile einer Kastration bei Hauskatzen:
- keine Rolligkeitssymptome
- keine übelriechenden Markierungen
- geringeres Bedürfnis zum Streunern und stärkere Menschenbezogenheit
- keine ungewollten Katzenkinder, für die man kein Zuhause findet
- gesundere, stabilere Mäusefänger, da sie nicht mehr der enormen hormonellen Belastung ausgesetzt sind
- die Paarung ist bei Katzen keine romantische Angelegenheit, sondern mit Schmerzen verbunden (z.B. Beanspruchung und Deformation der Gebärmutter) durch den Nackenbiss des Katers beim Paarungsakt kann zudem das FIV-Virus (Katzen-AIDS) übertragen werden
- eine unkastrierte weibliche Katze, die keinen Freigang hat und daher nicht gedeckt wird, erleidet eine hormonelle Vergiftung, die sog. Dauerrolligkeit
- umkastrierte männliche Katzen sind meist aggressiver, durch Revierkämpfe zw. rivalisierenden Katern kann FeLV (Leukose) oder FIV (Katzen-AIDS) übertragen werden
Wann sollte ich meine Katze kastrieren lassen?
Nach neuesten Erkenntnissen sollte die Katze so früh wie möglich kastriert werden und nicht erst nach der ersten Rolligkeit, wie es früher fälschlicherweise vermittelt wurde. Da die Tiere oft schon mit 4- 5 Monaten geschlechtsreif werden, sollte eine möglichst frühe Kastration, bereits nach ca. 4 Monaten durchgeführt werden. Dies hat für das Tier keine gesundheitlichen Folgen und Sie werden nicht von frühen Schwangerschaften überrascht. In anderen Ländern wird dies schon längst praktiziert.

