Jedes Fundtier verdient eine Chance.
Mit den richtigen Maßnahmen können Sie entscheidend dazu beitragen,
Leben zu retten.
In den folgenden Unterpunkten finden Sie Informationen zu den Themen „Wildtier / Wildtierbaby gefunden“ und „Katze / Kitten gefunden“.
Bitte immer zuerst prüfen, ob man wirklich tätig werden muss. Nicht jedes allein gefundene Wildtierbaby ist verlassen. Viele Jungtiere werden von ihren Eltern weiterhin versorgt, auch wenn diese gerade nicht zu sehen sind. Beobachten Sie das Tier möglichst aus einiger Entfernung. Oft kehrt die Mutter zurück.
Das Tier kann vorerst bleiben, wenn
es sich an einem sicheren Ort befindet
keine unmittelbare Gefahr besteht
es keine offensichtlichen Verletzungen hat
Das Tier benötigt Hilfe und sollte gesichert werden, wenn
es sich auf oder nahe einer befahrenen Straße befindet
es von Katzen, Hunden oder Menschen bedroht wird
es starker Hitze oder Kälte ausgesetzt ist
es verletzt, blutend oder deutlich geschwächt wirkt
es von Fliegen oder Parasiten besetzt ist
Ungewöhnliches Verhalten kann ein Hinweis auf Hilfsbedürftigkeit sein. Bei jungen Eichhörnchen gilt insbesondere: Läuft ein Jungtier einem Menschen hinterher oder klettert an ihm hoch, benötigt es in der Regel dringend Hilfe.
Der Katzenkontakt ist immer ein Notfall! Wurde das Tier von einer Katze gebracht, im Maul getragen, angefasst oder möglicherweise gekratzt oder gebissen, benötigt es schnellstmöglich Hilfe und sollte fachkundig untersucht werden. Denn gerade kleinste Verletzungen sind oft nicht sichtbar, können sich durch die Bakterien im Katzenspeichel jedoch innerhalb kurzer Zeit infizieren und lebensgefährlich für das Tier werden. Daher bitte das Tier direkt sichern und umgehend mit uns oder einer anderen Wildtierstation / fachkundigen Tierarztpraxis Kontakt aufnehmen.
Der Befall mit Fliegeneiern stellt eine große Gefahr dar und ist immer ein dringender Notfall. Kontrollieren Sie das Tier daher vorsichtig auf kleine weiße oder gelbliche Eier, besonders an: Augen, Ohren, Nase und Mund sowie Genitalbereich. Falls Sie sich das zutrauen, entfernen Sie die Eier vorsichtig. Dies ist zum Beispiel gut mit einer Pinzette oder einer kleinen weichen Zahnbürste (sollte zudem sauber und trocken sein) möglich; das Tier auf keinen Fall baden oder versuchen die Eier mit Wasser wegzuspülen. Aus Fliegeneiern entwickeln sich innerhalb kurzer Zeit Maden, die ein geschwächtes Tier schwer schädigen können.
Wärme rettet Leben. Gerade im Frühjahr, Herbst und Winter ist Wärme oft die wichtigste Sofortmaßnahme und für unterkühlte, sehr junge oder geschwächte Tiere wichtig. Geeignet sind: unter der Jacke am Körper, in den Händen, eine PET-Flasche mit handwarmem Wasser, eine Wärmflasche oder in ein Handtuch gewickelt. Achtung: das Tier muss die Möglichkeit haben, sich von der Wärmequelle entfernen zu können.
Wildtierbabys sterben nicht an Hunger, sondern an Unterkühlung.
Wichtig:
kein kochendes Wasser
keine direkte Hitzequelle (das Tier sollte sich davon auch wegbewegen können)
nicht überhitzen
bei Madenbefall oder Eiern NICHT wärmen
Bitte nicht eigenständig füttern oder Wasser einflößen. Geben Sie dem Tier ohne Rücksprache mit einer fachkundigen Stelle weder Futter noch Flüssigkeit direkt ins Maul. Eine falsche Fütterung oder Flüssigkeitsgabe kann lebensgefährlich sein.
Bitte geben Sie dem Tier:
kein Wasser
keine (Kuh-)Milch
kein Katzen- oder Hundefutter
kein Obst oder Gemüse
Auch wenn es meist gut gemeint ist: Bitte keine Selbstversuche! Die Aufzucht von Wildtierbabys erfordert viel Erfahrung, spezielles Fachwissen und artgerechte Haltung. Leider enden Selbstaufzuchtversuche häufig tödlich, obwohl das Tier mit professioneller Hilfe hätte gerettet werden können. Bitte wenden Sie sich immer an eine Wildtierhilfe oder Pflegestelle.
Sicherer Transport bedeutet weniger Stress. Weniger Stress bedeutet bessere Überlebenschancen.
Falls das Tier gesichert werden muss: in einen Karton mit Luftlöchern setzen und diesen sicher verschließen; diesen mit einem Handtuch oder Küchenpapier auspolstern; ruhig und dunkel halten; unnötigen Kontakt mit dem Tier vermeiden!
Nehmen Sie nach der Sicherung des Tieres bitte schnellstmöglich Kontakt mit uns auf.
Allgemeine Nummer 0151 / 12050873
Notfalltelefon für verwaiste Tierbabys: 0151 / 74291703
Hilfreich sind außerdem ein oder mehrere Fotos vom Fundtier, Angaben zum genauen Fundort und Informationen zu möglichen Verletzungen oder Katzenkontakt.
Wir haben Pflegestellen für
- Eichhörnchen
- Bilche (z.B. Siebenschläfer und Gartenschläfer)
- Feldhasen
- Igel
- Wassergeflügel
- Rabenvögel
- Katzen
Feldhasen können in der Regel sitzen gelassen werden. Junge Feldhasen sitzen von Natur aus häufig alleine am Wegesrand oder auf Wiesen. Das bedeutet nicht, dass sie verlassen wurden. Die Mutter kommt meist nur wenige Male täglich zum Säugen vorbei, um keine Fressfeinde anzulocken.
Deshalb gilt:
Allein sitzende Feldhasen in Ruhe lassen; nicht anfassen oder mitnehmen.
Eingreifen sollte man bei verletzten, deutlich geschwächten oder unterkühlten Tieren, wenn ein Fliegeneier-/Madenbefall erkennbar ist, Kontakt mit einer Katze bestand oder es sich in akuter Gefahr befindet.
Wassergeflügel sollte nie vorschnell eingesammelt werden. Entenküken, Gänseküken oder andere junge Wasservögel werden häufig vorschnell eingesammelt. Oft befindet sich die Mutter in der Nähe und die Küken werden weiterhin versorgt.
Deshalb gilt:
Beobachten Sie zunächst aus ausreichender Entfernung, ob Elterntiere oder Geschwister in der Nähe sind. Verletzte, geschwächte, unterkühlte oder tatsächlich von der Familie getrennte Küken benötigen Hilfe.
Bei Unsicherheit bitte ein Foto oder Video machen und uns kontaktieren.
Junge Igel erkunden zunehmend die Umgebung des Nestes und können dabei auch tagaktiv sein. Bitte erst beobachten, wie sich das Tier verhält und ob andere Jungtiere in der Nähe sind. Der junge Igel benötigt nur Hilfe, wenn er einige Zeit ergebnislos ruft (pfeifende Geräusche), von Fliegen umschwirrt, abgemagert oder dehydriert ist, in der Sonne liegt, sich nicht oder unbeholfen bewegt oder orientierungslos umherirrt.
Bei Kitten / Jungkatzen sollte immer zunächst Ausschau gehalten werden, ob sich ein Muttertier in der Nähe befindet und/oder Geschwister vorhanden sind. Sind die Kitten allein, sollten sie gesichert und gewärmt und nicht gefüttert werden (hier gilt dasselbe wie bei den Wildtieren) und dann zeitnah mit uns oder einem anderen Tierschutzverein oder Tierheim Kontakt aufgenommen werden.
Bei einer erwachsenen Katze sollte immer zunächst überprüft werden, ob diese einen Chip oder ein Tattoo besitzt, um einen möglichen Besitzer ausfindig zu machen. Tierärzte oder Tierheime können überprüfen, ob ein Chip vorhanden ist. Wenn das Tier eine Kennzeichnung besitzt, sollte man sich informieren, ob möglicherweise eine Vermisstmeldung vorliegt und das Tier entsprechend melden.
Wenn es sich um einen Streuner handelt, kann mit uns Kontakt aufgenommen werden zur Planung einer möglichen Kastrationsaktion.
Die drei wichtigsten Schritte auf einen Blick
1. Prüfen – braucht das Tier wirklich Hilfe?
2. Wärmen (nicht bei Maden/Fliegeneiern) – aber nicht füttern!
3. Bei uns anrufen – wir helfen weiter.
Allgemeine Nummer 0151 / 12050873
Notfalltelefon für verwaiste Tierbabys: 0151 / 74291703

© Tierhilfe Schweinfurt e.V

© Tierhilfe Schweinfurt e.V

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