Sobald die Temperaturen steigen, sieht man überall gekippte Fenster. Als Katzenbesitzer bereitet dies einem direkt Bauchschmerzen. Ein gekipptes Fenster ist für eine Katze wie ein Magnet. Da kommen interessante Geräusche und Gerüche herein. Und da Katzen sehr neugierig sind, muss das natürlich sofort erforscht werden. Nicht selten ist dies so verlockend, dass die Katze jetzt versucht, durch dieses Fenster nach draußen zu kommen und bei diesem Versuch mindestens sehr schwer verletzt wird. Meist enden diese „Ausbrüche“ allerdings sogar tödlich.
Wie kommt es dazu? Die Katze bleibt bei dem Versuch, nach draußen zu gelangen, im Fensterspalt hängen. Da der Spalt nach unten immer enger wird, zwickt sich die Katze erst oben ein und rutscht durch die Schwerkraft immer weiter nach unten. Da das Tier mit den Pfoten keinen Halt findet, steckt sie jetzt in einer hilflosen Situation fest, aus der sie sich nie selbst befreien kann.
Wenn die Katze sehr viel Glück hat, wird sie jetzt sofort gefunden und es kann ihr geholfen werden. Falls nicht, folgt ein qualvoller Tod.
Denn: Das Tier hängt meist mittig im Spalt fest. Ihre Nerven werden abgedrückt, Organe werden gequetscht, die Blutzufuhr wird unterbrochen, Muskeln und Wirbelsäule werden beschädigt… dass dies mit sehr starken Schmerzen verbunden ist, versteht sich von selbst.
Wird die Katze rechtzeitig gefunden, das heißt, solange sie noch lebt, ist jetzt unbedingt sofortige (!) Befreiung notwendig! Dazu bitte nicht panisch reagieren. Bitte nehmen Sie eine Hand und fassen unter das Tier, damit es gesichert ist. Danach fixieren Sie mit der anderen Hand von oben die Katze und drücken sie jetzt vorsichtig nach oben. Bitte halten Sie die Katze gut fest, um weitere Verletzungen, zum Beispiel durch panische Bewegungen des Tieres, zu vermeiden. Wickeln Sie das Tier in eine Decke oder ein Handtuch und gehen Sie mit ihm sofort zum Tierarzt. Warten Sie auf keinen Fall ab, ob sich die Katze von selbst erholt oder ob sie irgendwelche Schäden zeigt. Die Katze muss umgehend von einem Fachmann untersucht werden. Anders als wir Menschen zeigen Katzen in der Regel keine Schmerzen. Wenn eine Katze Schmerzen zeigt, dann ist es bereits sehr schlimm für das Tier. Katzen verhalten sich zum Teil völlig normal, erleiden aber erhebliche Schmerzen.
Wie lässt sich eine oben beschriebene Situation verhindern?
Als Grundregel gilt: Nie ein Fenster kippen! Auch nicht, wenn man Zuhause ist. Sie gehen kurz aus dem Zimmer, weil es an der Türe klingelt; Sie müssen auf die Toilette; Sie holen sich etwas zu trinken usw… dieser kurze unbeobachtete Moment kann Ihre Katze das Leben kosten. Möglicherweise vergisst man auch ein Fenster gekippt zu haben und verlässt dann doch das Haus.
Im Handel gibt es verschiedene Kippfensterschutzsysteme zu kaufen. Je nach Möglichkeit und Geldbeutel gibt es die verschiedensten Variationen. Handwerklich geschickte Leute können diesen auch selbst bauen. Hat man so einen solchen Kippfensterschutz, kann man ein Fenster schon eher kippen.
Wenn man gerne stoßlüftet, kann man seine Fenster von außen mit einem stabilen Fliegengitter oder Katzennetz absichern. Im Fachhandel oder auch im Baumarkt kann man spezielle Fliegengitter aus Metall kaufen, die auch scharfe Katzenkrallen aushalten und somit weiteren Schutz für Ihr Tier bietet.
Wenn Sie eine Katze von außen in einem gekippten Fenster hängen sehen, zögern Sie nicht und versuchen Sie, das Tier zu befreien. Sollte dies nicht funktionieren, versuchen Sie bitte über alle erdenklichen Wege Hilfe zu holen. Klingeln Sie Sturm an der Tür, evtl. auch bei den Nachbarn, rufen Sie die Feuerwehr oder die Polizei.
Falls Sie das Tier befreien konnten, versuchen Sie die Bewohner zu informieren und drängen Sie darauf, dass ein Tierarzt besucht wird.
